Qi Gong und Taichi sind östliche Methoden / Künste die das Wissen um die Fähigkeiten vermitteln Qi aufzubauen, ins Fließen zu bringen und zu regulieren. Um sich diesem Wissen, dieser Praxis zuwenden zu können, ist es hilfreich dieses Qi einmal ein wenig näher zu betrachten.

Qi so könnte man sagen, ist für die chinesische Kultur eine reale Erfahrung des Strömens und Fließens im Menschen und in der Umwelt. Qi ist in seinem Aspekt des Strömens und Fließens auf jeden Fall Entität, also mit unserer Sprache gesprochen etwas „Seiendes“, etwas erfahr- und erlebbares. Etwas völlig Reales, dem man sich – wenn man seine Sinne, seinen Leib, sein Bewusstsein schult – annähern kann, bzw. lernen kann damit in heilsamer Weise umzugehen. Diesem Qi, einem Strömen und Fliessen als naturhaft durchdringendes Geschehen, wird also eindeutig die Möglichkeit eines realen Erlebens zugeordnet.

Qi ist in diesem Kontext alles was Leben ist…

…und zeichnet sich durch stetigen Wandel und Wechsel, durch Fluktuation von einer Qualität in eine nächste, andere aus. In der chinesischen Medizin versteht man Qi als Wurzel, sozusagen als Träger aller Symptome an und in uns, ob körperlich, psychisch oder seelisch.

Will man Qi Gong / Taichi lernen
 so lernt man seine Wahrnehmung, seine Vorstellung, (chin Ye) und seine Aufmerksamkeit zu schulen. Das Bewusstsein wird verfeinert um den QI-fluss erfühlen zu können. Dies geschieht über viele meditative Übungen in Bewegung und in Ruhe, ein Prozess der regenerativen „Qi- Entwicklung“ im Körper kommt nach und nach in Gang. Neben Bewegungsübungen sind z. B. auch sogenannte Stehübungen (zhan zhuang) mit oft nur sehr wenig äußerer Bewegung und kontinuierlicher Meditation Bestandteil des „Tuns“. Über lange Zeit verfeinert sich Bewusstsein und Wahrnehmung.

Nun wäre es naheliegend zu sagen, es handelt sich um eine „geistige“ Schulung. Das aber wäre völlig verkürzt, denn Geist/Bewusstsein (Shen), Vorstellung (Ye) und Qi sind nicht zu trennen. Es heißt: „kommt Ye – kommt Qi – kommt Shen.“ Über das kreative Vermögen des Geistes , der Vorstellung (Ye), und kontemplatives „Tun“ wird Qi nach und nach fühlbar, dadurch entsteht Shen, was in diesem Zusammenhang soviel bedeutet wie – das Bewusstsein ist fähig nun dieses „Fühlen- Können“ zu integrieren. Um jedoch diesen inneren QI Fluss zu verstärken/vermehren ist eine tiefe grundsätzliche Auseinandersetzung mit den Strukturen der gesamten Persönlichkeit notwendig.