Chinesische Medizin

Chinesische Medizin entstammt dem Kontext alten östlich-naturphilosophischen Wissens, einem zusammenhängenden und komplexen System heilkundlichen Denkens und Handelns, das sich über Jahrtausende entwickelt hat.

Dieses Wissen beinhaltet, dass der lebende Organismus „Mensch“ von seinen Anfängen an, ein komplexes, fluktuierendes Ganzes darstellt, das sich in ständigem Austausch, Entwicklung, Wachstum, usw. befindet. Der Mensch ist in diesem konsequent monistischen Konzept sozusagen selber Naturprozess, welcher in den großen Organismus des gesamten Naturgeschehen, in ein Netz von fluktuierenden Prozessen und Zusammenhängen eingebunden ist. siehe: östliches Wissen.

Der Weg in ein Qi Musters – Spuren im Sand

Auszug aus: Alexandra Tschom: „Die Kunst der Arbeit mit QI“

Ein chinesischer Praktiker / Behandler denkt in Yin und Yang Wechselwirkungen / Interaktionen der immerwährenden Dynamik des gesamten Qi-Systems. Energetische fühl-, spür- und fassbare Zustände sind völlig reale Phänomene seiner Weltsicht. Tritt eine Störung auf, z.B. ein energetisch wie auch immer gearteter Mangelzustand, so prägen sich sogenannte Qi Muster aus. Qi Muster werden ganz automatisch als psychisch / physische Zustände betrachtet bzw. eine Trennung in Psyche und Körper wäre völlig a-typisch für das chin. Qi- Konzept. In der chinesischen Medizin versteht man Qi als „Wurzel“, sozusagen als Träger aller Symptome an und in uns, ob körperlich, psychisch oder seelisch. Dies ist einfach zu verstehen, wenn man bedenkt, dass es in diesen Konzepten keine klare Trennlinie zwischen dem was wir mit „feinstofflich“, oder auch „geistig“, benennen und „Materie“, oder materiellem Leben gibt.

Leichtes Energieungleichgewicht ist wohl jedem, oft einfach tagesbedingt, bestens bekannt. Diese energetischen Mankozustände gleichen sich oft fast von selber nach einer Phase der Regeneration wieder aus. Ist der Stress für das System nicht allzu groß, kann intern ausgeglichen werden (bzw. durch eine Zufuhr heilender, ausgleichender Substanzen, wie Kräuter, Ernährung usw.). Auch durch rechtzeitige Behandlung können die Qi-Kräfte wieder für Ausgleich sorgen. Nach einer Phase der Regeneration ist der Qi-Zustand wieder in Ordnung. Auch eine Phase der Ruhe und/oder der persönlichen, körperlich/psychischen Regeneration sorgt für Erholung und baut Qi wieder auf.

Auf leichten Stress oder kurzfristige Belastungen kann der Organismus mit Ausgleich, Regulation und Anpassung reagieren. Dringt der Störfaktor in weiterer Folge in den Körper/ins Innere ein, bildet sich ein sogenanntes „Qi Muster“ aus. In der ersten Phase kann aber, wie oben erwähnt, oft durch Behandlung und/oder eine Zeit der Regeneration eine völlige Ausheilung erreicht werden. Ist der Stress jedoch zu groß, zu intensiv, immer wiederkehrend oder anhaltend, beginnt sich ein somatischer Wandel zu vollziehen. Der Organismus leitet den Stress nachhaltig nach innen und bildet ein „Qi Muster“. Dieses Qi Muster wird im Organismus nun auf tieferer Ebene abgespeichert und integriert. Das Qi Muster konnte „Wurzeln schlagen“, die sich im System nun etablieren.

Dieser Vorgang hinterlässt die Spuren eines Weges und prägt ein Qi-Muster. Somatischer Wandel schlägt sich immer als energetisches Muster feinstofflicher Art nieder, der Ausdruck nach außen kann eine körperliche Erkrankung, eine Blockierung und/oder eine psychische Störung sein. Auch eine wie immer geartete beeinträchtige Beziehung zur Umwelt wäre eine Spielart. Es bieten sich viele Wege des Ausdrucks „nach innen und außen“ an. Also wird sich jeder Qi-Stress als energetisches Muster abzeichnen. Der Ausdruck kann psychisch, körperlich oder auch beides sein. Selbst wenn das Qi-Muster keine sichtbaren körperlichen Symptome zeigt, kann die Wurzel dennoch erhalten bleiben.

Wird z. B. auf eine Verkühlung nachhaltig nicht regiert oder ist der Organismus schon im Vorfeld z. B. durch einen Qi-Mangel geschwächt, kann die eindringende Kälte den Körper auf tieferer Ebene in Mitleidenschaft ziehen. So entsteht z.B. ein Lungen Qi Muster mit all seinen zugehörigen Symptomen. Diese „eingelagerte“ Störung wird zu einem Teil des Gesamtsystems und prägt das Gesamtbild des Qi-Systems nun nachhaltig mit. Als Subsystem raubt dieses Muster dem Gesamtsystem Energie und Flexibilität und mindert die Belastbarkeit (chin Muster: Lungen Qi Schwäche, Lungen Yin Mangel etc). Symptome: z. B. Reizhusten, immer wiederkehrende Erkältung und Erschöpfung. Die Veränderung bezieht sich natürlich immer aufs „Ganze“