Östliches Wissen / Qi - im Kontext chinesischer Naturphilosophie

Taichi und Qi Gong sind östliche Methoden / Künste die das Wissen um die Fähigkeiten vermitteln Qi aufzubauen, ins Fließen zu bringen und zu regulieren. Um sich diesem Wissen, dieser Praxis zuwenden zu können, ist es hilfreich dieses Qi einmal ein wenig näher zu betrachten.

Qi so könnte man sagen, ist für die chinesische Kultur eine reale Erfahrung des Strömens und Fließens im Menschen und in der Umwelt. Qi ist in seinem Aspekt des Strömens und Fließens auf jeden Fall Entität, also mit unserer Sprache gesprochen etwas „Seiendes“, etwas erfahr- und erlebbares. Etwas völlig Reales, dem man sich – wenn man seine Sinne, seinen Leib, sein Bewusstsein schult – annähern kann, bzw. lernen kann damit in heilsamer Weise umzugehen. Diesem Qi, einem Strömen und Fliessen als naturhaft durchdringendes Geschehen, wird also eindeutig die Möglichkeit eines realen Erlebens zugeordnet.  Die alten DaoistInnen haben sich sozusagen auf die Erforschung subtilster Prozesse der Natur spezialisiert. Dieses Wissen bezieht sich auf die Wechselwirkungen der Naturgesamtheit und auf das Phänomen QI, das in diesem Kulturkontext jedes Leben bedingt, aufbaut und durchdringt. Da QI jedes Leben bedingt – und aus diesem Fließen sich jedes weitere „Leben“ (heraus)entwickelt –  wird verständlich, dass QI in dieser alten Lehre zugleich entiätisches Fließen als auch Naturprinzip des Lebens, der Veränderung, des Werden und Vergehens ist.

Qi ist in diesem Kontext alles was Leben ist...

...und zeichnet sich durch stetigen Wandel und Wechsel, durch Fluktuation von einer Qualität in eine nächste, andere aus. Diese Wandlungstendenzen zeigen sich deutlich in den Konzepten der Wandlungsphasen, sowie in den Schriften des Ijings, dem bekannten chinesischen Weisheitsorakel. In der chinesischen Medizin versteht man Qi als Wurzel, sozusagen als Träger aller Symptome an und in uns, ob körperlich, psychisch oder seelisch.

„Es ist so, dass der Mensch sich im Qi befindet und sich das Qi im Menschen befindet. Zwischen Himmel und Erde gibt es kein Wesen das nicht das QI des Himmels benötigte um erzeugt zu werden und existieren zu können. Diejenigen die danach streben das QI zu bewegen, nähren im Inneren das Leben und vermeiden außerhalb des Körpers Übles. Die Masse macht aber Gebrauch vom Qi ohne dies zu wissen.“ Ge Hong, 3. Jh. V. Chr.